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Schreiben als Neuerschaffung der Welt


Platon (428 bis 348 v. Chr.)



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Kein Philosoph hat das Denken der Menschheit so nachhaltig beeinflusst wie der Grieche Platon. Der englische Mathematiker Alfred North Whitehead konnte deshalb aus gutem Grund behaupten, die gesamte Philosophiegeschichte bestehe aus nichts anderem als aus "einer Reihe von Fußnoten zu Platon".

Im Zentrum von Platons Philosophie steht ein genial kühner Gedanke: Wahrhaft Wirkliches, so Platon, kann nicht anders sein als ewig und unveränderlich. Da die physische Welt jedoch eine stetig werdende und vergehende ist, kann es sich bei ihr deshalb auch nicht um etwas wahrhaft Wirkliches handeln.

Die physische Welt, so Platons Schlussfolgerung, ist nichts weiter als ein schattenhaftes Abbild der wahrhaft wirklichen Welt. Diese muss notwendigerweise aus etwas beständig Allgemeinem bestehen: ewigen Ideen und Formen.
Wenn die gesamte physische Welt nur aus Abbildern universeller Muster besteht, geht es bei der Neuerschaffung einer Welt im fiktionalen Erzählen darum, diese Muster in neue Formen zu verwandeln

Wer schreiben will, muss lernen die Muster zu erkennen, nach denen die Welt gebaut ist, um diese Muster als Grundlage und Bausteine im kreativen Schreibprozess zu verwenden.

Für Wolfgang Pfeiffer ist Schreiben deshalb vor allem ein geistiger Prozess, der weniger mit Logik und Technik zu tun hat, sondern vielmehr damit, dass man als Autor sein Material geistig durchdringt und in eine neue, wirkungsvolle Ordnung bringt. Schreiben ist die Gestaltung einer Idee.


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