Pressespiegel
Berliner Zeitung - 22.05.2007
Von Simbabwe nach Prenzlauer Berg
Am Anfang eines Films ist eine Idee. Wenn's gut geht, wird daraus ein Drehbuch und daraus ein Film. Drehbücher, die nie verfilmt werden, landen manchmal in Lesereihen, wo sie vor lachendem Publikum vorgetragen werden. Aber wie schreibt man ein Drehbuch, das verfilmt und nicht verballhornt wird? "Man muss sein Publikum verzaubern", sagt Wolfgang Pfeiffer. "Bei mir kann man das lernen."
Wolfgang Pfeiffer ist seit 1978 Autor, Regisseur und Produzent in der Filmbranche. An mehr als 60 Filmen und Theaterproduktionen hat er mitgewirkt, er war für den Oscar, den Europäischen Filmpreis und den Deutschen Filmpreis nominiert. Seit 1999 widmet er sich dem Filmnachwuchs. In seiner Drehbuchschule in Prenzlauer Berg hilft er Autoren und solchen, die es werden wollen. Der Anfang ist denkbar günstig. Schnupper-Wochenenden bietet Pfeiffer kostenlos an, je intensiver die Kurse werden, desto teurer werden sie. Regisseure, Produzenten, Schauspieler, Kameraleute - sie alle führt er Schritt für Schritt an erzählerische Grundsätze und dramaturgisches Werkzeug heran. "Am Anfang des Schreibens steht das Schärfen des Blickes für das Wesentliche", sagt er, wichtig seien Geduld, Offenheit und Mut.
Den bewiesen schon viele von Pfeiffers Lehrlingen: Thomas Franke etwa stellt derzeit sein Talent als Drehbuchautor in "Verliebt in Berlin" unter Beweis, Frank Weller ist einer von mehreren Autoren der Fernsehserie "K11 - Kommissare im Einsatz". Auch Sven Severin, der das Drehbuch zu "Urmel aus dem Eis" schrieb, absolvierte Pfeiffers Schule. "Man kann sich ausprobieren, sich selbst unter Druck setzen, das Feedback von anderen hören", sagt Severin. "Die Drehbuchschule war für mich als Autor ein Anfang."
Die Idee zur praxisorientierten Lehrmethode kam Wolfgang Pfeiffer während seiner Zeit in Afrika. Zwischen 1992 und 1999 lebte er in Simbabwe und unterstützte den Aufbau der dortigen Filmindustrie. Dort entstand eine Lehrmethode, nach der er auch in Berlin unterrichtet. "Man muss die Leute dazu bringen, sofort selber zu schreiben", sagt er. Auch auf die Gefahr hin, dass sie dann doch nur vorgelesen werden.
Von Jade-Yasmin Tänzler