Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF)-Magazin - 01.02.2006
Schreibcoaching nicht nur für Anfänger
Die Berliner Drehbuchschule Wolfgang Pfeiffer begleitet Nachwuchsautoren von der Entwicklung des Themas bis zum fertigen Skript und darüber hinaus.
Das Prinzip ist ganz einfach: junge AutorInnen, die sich bei der Drehbuchschule Wolfgang Pfeiffer zu Filmprofis mausern wollen, müssen die richtige Haltung zum dramatischen Schreiben finden und ihre Ängste ablegen. Dies sei, laut Drehbuchcoach Pfeiffer, die Basis für den Schreiberfolg. Bei seinen Neunmonatskursen vermittelt der 53-jährige also zunächst die Grundlagen für die Kreativität. Dies geschieht über diverse Übungen, die es den SchülerInnen leichter machen, Thema und Idee für ihr Drehbuch zu entwickeln. Erst dann beginnt das konkrete Schreiben der ersten Szenen. Der Vorteil seiner Art der Ausbildung liegt nicht zuletzt in der Begleitung der SchülerInnen bei allen Schritten der Produktion eines abendfüllenden Drehbuchs und die Zerlegung dieses Prozesses in kleinste Schritte.
Die Kursgruppen sind mit etwa 10 bis 15 Schülern überschaubar. Sie treffen sich über die neun Kursmonate zu jeweils fünf Seminarwochen. Zwischendurch werden Szenen- und Schreibübungen gemacht, später die einzelnen Akte des Drehbuchs geschrieben. Der Trainingseffekt liegt nicht zuletzt darin, auch die ersten Schritte der anderen Kursteilnehmer zu verfolgen und in der Gruppe zu besprechen. Und da es sich hierbei um ein Coaching handelt, steht Wolfgang Pfeiffer natürlich auch zwischen den Treffen für Fragen zur Verfügung.
Der Absolvent Frank Weller, der dank Pfeiffers Coaching als Co-Autor bei der ZDF-Nachwuchsfilmreihe Das kleine Fernsehspiel bestehen konnte: "Nach der Ausbildung bei Wolfgang Pfeiffer fühlte ich mich dem Job gewachsen. Für mich hat es sich also absolut gelohnt."
Um möglichst viele Absolventen unterzubringen, knüpft die Drehbuchschule auch Kontakte zur Filmindustrie. Neben der Crime Factory, einer Agentur für Krimistoffe, und der Ars Dramatica Scriptagentur bietet Pfeiffer so genannte Stoffentwicklungs-Workshops für diejenigen AutorInnen an, die seine Kurse absolviert haben. Hier wird das Entwickeln von Exposés ganz konkret auf eine bestimmte Serie oder eine spezielle Filmreihe trainiert. Meist knüpft Pfeiffer, der selbst lange Jahre als Produzent tätig war, Kontakte zu einem Sender oder zu einer Produktionsfirma, damit die Ideen auch auf dem richtigen Schreibtisch landen.
Bei den Einführungskursen bestimmen die TeilnehmerInnen übrigens selbst den Preis. Sie zahlen also soviel, wie ihnen das Schnupperwochenende wert war. Der neunmonatige Intensivkurs kostet schließlich 2.900 Euro zzgl. MwSt.. Kürzere Workshops zu Themen wie Kurzfilm, Krimi, Komödie, Szene oder Dialog kosten zwischen 320 und 360 Euro.